Das Konzentrationslager Dachau

Noch in der Nacht des Reichstagsbrandes vom 27. Februar 1933 begannen die Nationalsozialisten mit der Inhaftierung ihrer politischen Widersacher.Viele Reichs- und Landtagsabgeordnete, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Konservative, Liberale und Monarchisten wurden verhaftet. Auch persönliche Feinde Adolf Hitlers kamen in Haft, wie etwa der Jurist Hans Litten, der später nach Dachau gebracht wurde. Die Häftlinge wurden an verschiedenen Orten mit unterschiedlicher Zuständigkeit – Sturmabteilung (SA), SS, Innenministerien etc. – untergebracht. Die Orte werden heute als „wilde“ oder frühe Konzentrationslager bezeichnet, da es sich um meist improvisierte Haftstätten handelte. Dachau war das einzige der frühen KZ, das nicht bis zum Zweiten Weltkrieg aufgelöst wurde: Himmler ließ es systematisch ausbauen und nahm es als Vorbild für spätere, systematisch errichtete KZ.


Das Konzentrationslager Dachau (auch: KZ Dachau) lag rund 20 Kilometer nordwestlich von München, der Hauptstadt der Bewegung. Als erstes Konzentrationslager (KZ) der Schutzstaffel (SS) ließ es der Reichsführer-SS und Münchener Polizeipräsident Heinrich Himmler auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik östlich der Stadt Dachau errichten. Es bestand vom 22. März 1933 bis zur Befreiung durch US-amerikanische Truppen am 29. April 1945. Einzig das Lager Dachau bestand durchgehend in den zwölf Jahren der NS-Herrschaft. Es entwickelte sich zur Keimzelle für neue KZ und nahm mehrere Sonderstellungen ein. Seine Außenbewachung wurde in den Anfangsjahren durch berittene Einheiten der Allgemeinen SS vorgenommen.


Das Lager war der erste Ort im Deutschen Reich, an dem einem SS-Lagerkommandanten die alleinige Gerichtsbarkeit zugeteilt wurde und geltendes Recht erfolgreich außer Kraft gesetzt wurde. Die SS schuf einen „Staat im Staat“, in dem sie politische Gegner festhielt, unterdrückte und ermordete. Nach der Entmachtung der SA ließ Himmler das KZ vergrößern und einen neuen Häftlingsbereich errichten, der an die ehemalige Munitionsfabrik anschloss. Organisation und räumlicher Aufbau dienten später als Vorlage für neue KZ auf Reichsgebiet. Das nationalsozialistische Regime präsentierte es propagandistisch als Vorzeigelager sowie zur Abschreckung politisch Andersdenkender. Dachau war Ausbildungsort für SS-Wachmannschaften und SS-Führungspersonal, die später unter anderem in Vernichtungslagern eingesetzt wurden. Das Lager Dachau selbst war kein Vernichtungslager, jedoch geschahen in keinem anderen KZ so viele politische Morde. Von den mindestens 200.000 Haftinsassen starben etwa 41.500.

 

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